Wir Jungen, also Joey und ich, finden sich an einem Ort wieder, wo Zeit und Raum anderen Gesetzen folgt. Sind wir dort, wo wir hinwollten?
Und was ist das für ein Mensch - ist es überhaupt ein Mensch? - der Joeys Herz bewegt, wie noch kein Erwachsener es bewegen konnte?
Und warum konnte ich lange Zeit nicht mehr lachen und weinen?
Alle glaubten, Brandon und ich, wir seien einfach zwei Jungen, die sich verliebt haben. Vielleicht hätten wir das selbst geglaubt. Wenn da nicht etwas wäre, das grösser ist als Liebe und tiefer als Freundschaft. Das, was ich von Anfang an fühlte, ohne es zu wissen.
Etwas, das uns stärker macht, als wir sein dürften, und gleichzeitig an den Rand dessen bringt, was wir überhaupt noch aushalten können.
Die Erwachsenen sehen nur zwei Jungen. Sie wollen verstehen. Sie wollen helfen. Aber manchmal nehmen sie einem Menschen genau das, was ihn überhaupt erst ganz macht.
Wir sehen etwas anderes.
Nicht weil wir klüger sind.
Sondern weil Kinder manchmal Dinge sehen können, für die Erwachsene keine Worte mehr haben.
Erwachsene sehen, was ist. Kinder sehen manchmal auch das, was fehlt. Die Erwachsenen sehen zwei Jungen und bauen Schubladen. Wir sehen etwas, das keinen Namen hat und zu gross ist für ihre Schubladen.
«Der Seelenjunge» erzählt nicht nur von einer aussergewöhnlichen Freundschaft und dem besten Sommer meines Lebens. Er erzählt von dem, was zwischen zwei Menschen entstehen kann, wenn das Wort Liebe nicht mehr ausreicht.
In diesem Sommer werde ich lernen, dass manche Beziehungen stärker sind als Vernunft, dass manche Verbindungen älter sind als die Zeit.
Auch wenn wir Kinder sind. Auch wenn der Preis dafür höher ist, als ein Kind ihn tragen sollte.
«Der Seelenjunge» erzählt von einer Begegnung, die alles verändert, von einer Verbindung, die sich nicht erklären lässt.
Sie erzählt von einem Jungen, der alles verlieren wird, weil er an etwas festhält, das niemand ausser ihm wirklich sehen kann.
Das er selbst nicht begreifen kann.
«Der Seelenjunge» ist ein Roman über das, was mehr ist.
Das, was der Wind flüstert.
Das, was die Erde in ihren Tiefen verborgen hält.
Er entfesselt die Energie, die ich, der kleine Jamie täglich in mir aufnehme.
Das, was mich befähigt, ein Kind zu bleiben.
Das, was mich stärker macht, als ich selber tragen kann.
Stärker als die Erwachsenen, welche die Magie nicht sehen können.
Die Magie, die mich mit Joey verbindet.
Die Magie, die mich mit der Erde verbindet.
Die Magie, mit der die Welt atmet.
Die Magie, die nicht verhindern kann, dass ich, der kleine Robin daran zerbrochen bin.